Einfach sprechen, das können die meisten. Aber mit Medienvertretern sprechen, die eigenen Kernbotschaften richtig platzieren, ein Gespräch in eine gewünschte Richtung lenken oder auf der Bühne, vor der Kamera oder im Radio sprechen, das ist eine ganz eigene Disziplin. Wer auch in solchen Situationen mit Selbstvertrauen, Gelassenheit und Souveränität auftreten möchte, kommt an einem richtigen Mediatraining nicht vorbei. Zusammen mit unserem Partner Stefan Kreutzer trainieren wir schon seit vielen Jahren unsere Kunden im Umgang mit den Medien und zeigen Ihnen die Feinheiten im Gespräch mit Pressevertretern auf. In unserem Interview mit Stefan erfahren Sie mehr über Mediatrainings, unsere Zusammenarbeit und worauf man auf jeden Fall achten sollte.

Stefan Kreutzer - speaker, moderator, BR

Bevor wir in den Fragebogen einsteigen – welche drei Begriffe fallen dir spontan zur HBI ein?
Professionell, verlässlich, Stau (wenn gleichzeitig Messe ist).

Nun zur ersten Frage: Seit wann arbeitest du schon mit der HBI zusammen?
Seit 2002 – Veilchen Hochzeit also. Endlich ein Veilchen über das ich mich freue!

Ist dir ein Auftrag der letzten Jahre besonders im Gedächtnis geblieben? Wenn ja, warum?
Wir hatten ein Medientraining bei einem CEO, der erst 45 Min zu spät kam und dann wenig Lust auf das Training verspürte. Zitat: „Warum soll ich meinen Schreibtisch jetzt für 7 Stunden alleine lassen. Ich kann doch reden!“  Nach der ersten Praxis-Übung, einem kritischen Interview, sagte er mit einem Lächeln: „Ok, vielleicht kann der Schreibtisch auch noch warten. Machen wir weiter!“ Einfach reden und ein Interview führen sind dann doch zwei unterschiedliche Disziplinen. Es wurde dann doch ein sehr konstruktiver Tag.

Wie bist du darauf gekommen, andere im Umgang mit den Medien zu trainieren? Wie wir wissen, bist du auch als Radiomoderator tätig, hat es damit zu tun?
Ja, auf jeden Fall! In der Praxis erlebe ich fast jeden Tag, welchen Unterschied es macht ob mein Gesprächspartner vorbereitet ist oder nicht. Viele unterschätzen leider immer noch, was sie aus einem guten Interview für sich und ihr Unternehmen rausholen können. Zudem habe ich mein Studium mit einer Diplomarbeit über Medientrainingskonzepte abgeschlossen. Trainings zu geben war dann irgendwie die logische Folge.

Wenn du Mediatrainings gibst, auf was achtest du – und auf was nicht? Was ist besonders wichtig?
Am Wichtigsten ist zuerst einmal, dass sich die Teilnehmer wohlfühlen. Wenn sie merken, dass das Seminar keine Dauerprüfungssituation ist, sondern wir sie gemeinsam einfach nur souveräner im Gespräch machen wollen, das ist schon die halbe Miete. Im Training achte ich darauf, dass die Teilnehmer trotz aller Rhetorik-Tipps authentisch bleiben, die Körpersprache zum Inhalt passt, konkrete Beispiele statt Phrasen kommen. Das Interview sollte ein lebendiger Austausch von Informationen und Geschichten sein – nicht nur reduziert auf ein simples Frage-Antwort Pingpong.  

Kannst du uns die drei wichtigsten Dinge nennen, die man beim Gespräch mit einem Medienvertreter beherzigen sollte?

  • Mache Dir vorher Gedanken, welche Botschaften Du loswerden möchtest.
  • Rede einfach, verständlich und denke an Deine Zielgruppe.
  • Alles, was Du sagst, sollte wahr sein. ABER: nicht alles, was wahr ist, solltest Du sagen.

Wie wir wissen, hältst du selbst ja auch öfter Präsentationen auf der Bühne. Ist dir selbst schon mal etwas Peinliches passiert? Und welche Tipps hast du für Präsentationen oder Situationen in denen man sich vielleicht unwohl fühlt.
Direkt vor einer Präsentation bin ich in einen fürchterlichen Regen gekommen. Ich war nass bis auf die Knochen. Ich konnte die Präsentation unmöglich absagen. Deshalb gab es nur eine Richtung: Flucht nach vorne. Das Thema war „Sharing“ – alles wird heute geteilt, Musik, Autos, Fahrräder. Ich habe dann die Präsentation mit dem Kommentar begonnen: „Entschuldigen Sie bitte mein Aussehen – aber ich wollte mal herauskriegen, ob Leute im Notfall auch ihren Regenschirm teilen. Wie Sie sehen tun sie es nicht!“ ?  Das Publikum hat gelacht und mein nasser Look war nun thematisiert und erklärt. Von da an konnten wir uns alle auf den Vortrag konzentrieren. Eine unvorhergesehene Situation wird nur dann peinlich, wenn man schlecht mit ihr umgeht. Die Flucht nach vorne nimmt einem selbst den Druck irgendetwas verbergen zu müssen und sie macht in den meisten Fällen auch menschlich und sympathisch.

Hat sich an deiner Tätigkeit als Mediatrainer in den letzten Jahren etwas verändert? Wenn ja, was?
Die Bereitschaft von Unternehmen, sich professionell auf einen Medienauftritt vorzubereiten, ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Ein Kameratraining hat längst nichts mehr damit zu tun ob demnächst RTL vor der Tür steht oder nicht. Die Welt ist visueller geworden. Heute hat jeder ein Smartphone dabei und oft werden auch Interviews von Printmedien mitgefilmt als Content für die Homepage. Immer mehr Unternehmen setzen auch in der internen Kommunikation auf Videobotschaften statt Briefen an die Belegschaft. Video kann Emotionen und Glaubwürdigkeit einfach stärker vermitteln als ein geschriebener Text. Allerdings kann es auch nach hinten losgehen, wenn dieser Auftritt nicht gekonnt rübergebracht wird. Und da sind wir wieder beim Medientraining.

Viele Leute beginnen einen Job ohne jegliche Vorkenntnisse über den Fachbereich. Anschließend merken sie, dass sie großes Interesse an einem anderen Bereich haben. Wie war es bei dir? Hast du dein Hobby zum Beruf gemacht oder wurde dein Beruf zu deinem Hobby?
Ehrlich gesagt wollte ich ursprünglich Arzt werden. Mit 15 habe ich dann gemerkt, dass ich kein Blut sehen kann und mit 19, dass die Noten dafür zu schlecht sind! Es waren eher die Zufälle des Lebens, die mich zum Radio und schließlich zum Journalistik-Studium gebracht haben. Meine damalige Freundin, die beim Radio gejobbt hatte, hat mich so neugierig auf das Medium gemacht, dass ich es auch ausprobieren wollte. Es wurde Liebe auf den ersten Blick! Das mit dem Radio hat auch gehalten… ?

Zum Abschluss: Gibt es etwas, das du der HBI schon immer einmal sagen wolltest?
Einfach DANKE!

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