Liebe Liz, du bist die gute Fee der HBI für alles, was mit der Erstellung von englischem Content zu tun hat. Wie lange arbeitest du schon im Bereich Marketing-Kommunikation und was hat dich in die Branche verschlagen? Welche beruflichen Stationen waren für dich besonders spannend?

Seit etwa 35 Jahren arbeite ich bereits im Bereich Marketing & Kommunikation. Nach meinem Berufseinstieg bei einem Computermagazin in London wechselte ich Mitte der 80er Jahre in die Softwarebranche – und nach Deutschland. Mitte der 90er Jahre zog ich nach Frankreich, wo ich als Country Manager für ein weiteres Softwareunternehmen arbeitete. Bis Ende 2002 war ich in Vertriebs- und Marketingpositionen für verschiedene Hersteller von Unternehmenssoftware tätig. Anfang 2003 machte ich mich im Bereich Content-Erstellung und PR selbständig. Mein eigenes Geschäft zu führen, ist definitiv die aufregendste Rolle, die ich beruflich je hatte. Zudem habe ich das Glück, immer viele Aufträge zu haben! Abgesehen davon hat es mir immer sehr viel Spaß gemacht, für Software-Start-ups mit einem Haufen Gleichgesinnter zu arbeiten, die sich dafür engagieren, ein Unternehmen auf den Weg zu bringen. Und ich bin auch ein IT-Freak – ich liebe es, alles über neue Technologien zu lernen und über IT- und technische Innovationen zu schreiben.

Du bist Engländerin, die seit über 20 Jahren in Frankreich lebt, zuvor 10 Jahre in Deutschland gewohnt hat und mit einem Bayern verheiratet ist. Du bist also eine Expertin par excellence für interkulturelle Kommunikation. Wie unterscheidet sich deiner Meinung nach die Kommunikation in Europa über die Ländergrenzen hinweg?

Durch die Globalisierung und natürlich das Internet sind die Unterschiede nicht mehr ganz so ausgeprägt, wie sie noch vor 20 oder 30 Jahren waren. Aber in der Regel kommunizieren die Briten in einem weniger formalen, freundlicheren Stil, oft versehen mit etwas Humor, während die Deutschen wesentlich formaler, perfektionistischer und technisch präziser sind. Ich habe an mehreren Websites gearbeitet, auf denen deutsche Unternehmen die reinen technischen Fakten über ihre Produkte bereitstellten, ohne den emotionalen Aspekt einzubeziehen, der das Produkt „verkauft“. Das wiederum ist sehr wichtig in englischsprachigen Märkten. Die Franzosen sind auch ziemlich formell und logisch, kommunizieren aber extravaganter als die Deutschen oder die Briten. Auch im B2B-Markt vermittelt ihre Kommunikation oft mehr Leidenschaft als technische Details oder sprachliche Perfektion. Aber im Allgemeinen gibt es meiner Meinung nach weniger Unterschiede zwischen diesen drei Ländern als zwischen Europa und den USA.

… spannender Punkt, wo genau liegen deiner Ansicht nach die Unterschiede in der Kommunikation diesseits und jenseits des Atlantiks?

Das lässt sich am Beispiel der PR-Inhalte gut veranschaulichen: Viele US-Unternehmen in der Technologiebranche verfolgen einen marketingorientierten Ansatz. Ihre Pressemitteilungen lesen sich manchmal wie Broschüren ohne ihre Behauptungen zu belegen. US-amerikanische Fach- und Wirtschaftsmedien akzeptieren das weitestgehend. In Europa wird von Technologieunternehmen jedoch erwartet, dass sie faktenbasierte Analysen und Nachweise dafür liefern, was ihr Produkt leisten kann. Andernfalls könnten sich Journalisten weigern, darüber zu schreiben. Sie legen Wert auf unabhängige Beweisführung und eine kritische Auseinandersetzung. Aus diesem Grund müssen PR-Materialien aus den USA für die europäische Presse angepasst werden. 1:1-Übersetzungen sind hier definitiv kontraproduktiv.

Und wo siehst du Gemeinsamkeiten in der Kommunikationskultur von Engländern, Deutschen und Franzosen?

Es gibt definitiv einen Trend zu Prägnanz im Sinne von übersichtlich und knapp gehaltenem Inhalt, wohl größtenteils getrieben durch das stete Wachstum von Social-Media-Aktivitäten und dem Einsatz von mobilen Endgeräten. Viele der Unternehmen, mit denen ich zusammenarbeite, beginnen, die Textelemente in einer Broschüre oder auf einer Website relativ fokussiert zu halten und mit vielen Bildern zu arbeiten. Ebenso haben sich die Multi-Channel-Aktivitäten in allen drei Ländern erhöht. Unternehmen suchen den Kontakt zu ihren Kunden, Geschäftspartnern und Interessenten über mehrere Touchpoints, auch wenn die GDPR/DSGVO das ein Stück weit schwieriger gemacht hat.

In deiner täglichen Arbeit begleitest du vom Start-up bis hin zu internationalen Großkonzernen unterschiedlichste Unternehmensgrößen und Branchen. Basierend auf deinem umfassenden Erfahrungsschatz hast du sicherlich ein paar Tipps: Worauf sollten Unternehmen bei ihrer jeweiligen Kommunikationsstrategie und Außendarstellung generell achten?

Es gibt drei wichtige Punkte – zwar keine grundlegend neuen Tipps – aber Dinge, die oft übersehen werden: Unternehmen sollten immer das Grundlegende voranstellen. Das bedeutet, zuerst die Geschäftsvorteile und USPs kommunizieren und im zweiten Schritt die technischen Details darlegen.
Zweitens: die Partnerunternehmen nicht vergessen. Viele Unternehmen geben Tausende an Euro für ihre Unternehmenswebsite aus, vernachlässigen dabei aber oft ihre Reseller und Distributoren. Prägnante, nützliche Inhalte – wie Sales-Support-Kits, Sales-Argument-Cheat-Sheets etc. machen das Partnernetzwerk glücklich und können entscheidend zum Geschäftserfolg beitragen.
Und drittens, ein Punkt, der mir besonders am Herzen liegt: Textinhalte immer in höchster Qualität bereitstellen. Ansprechende Inhalte sind ein Muss. Gleichzeitig sind Flüchtigkeits- und Grammatikfehler sowie schlampiges Schreiben, schlechte Übersetzungen und alles andere, was Unternehmen unprofessionell aussehen lässt, tunlichst zu vermeiden. In der Praxis sind diese Schnitzer jedoch überraschend häufig anzutreffen.

Abschließend möchten wir dich noch fragen: Welche drei Begriffe fallen dir spontan zur HBI ein? Und gibt es etwas, das du der HBI schon immer mal sagen wolltest?

1) Professionell – Ein Team, das komplexe Technologien versteht und hervorragend erklären kann. Meiner Erfahrung nach verfügen überraschend wenige PR-/Marketing-Agenturen über das Kaliber, wie es die HBI-Mitarbeiter aufweisen.

2) Offen – Im Sinne von kommunikativ, aber auch offen für neue Ideen, Ansätze und Vorgehensweisen.

3) Engagiert – mit hohen Grundsätzen und Werten wie Respekt gegenüber Kunden und Partnern, Stabilität im Management und bei den Mitarbeitern sowie einem großartigen Teamgeist.

Und was ich HBI schon immer mal sagen wollte: Ich arbeite sehr gerne mit dem gesamten Team und den Kunden von HBI zusammen – und das bereits seit 15 Jahren! Ich freue mich auf die künftigen gemeinsamen Herausforderungen, weiter so!

Liebe Liz, herzlichen Dank für das Interview!

 

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