Einnahmen erzielen Unternehmen normalerweise durch den Verkauf eines Produkts oder einer Dienstleistung. In der digitalen Welt sind Produkte aber nicht immer voll erfassbar und Konsumenten vertrauen deshalb immer mehr auf Vergleichs- und Fachportale. Gleichzeitig wird immer mehr digital konsumiert. Durch Affiliate Marketing-Programme, beispielsweise mit größeren Verkaufsplattformen, bewerben Websites Produkte und Dienstleistungen Externer. Sie bieten Kunden einen kostenfreien Service, indem sie beispielsweise mehr Informationen über das Produkt oder die Dienstleistung bereitstellen. Wenn im nächsten Schritt sowieso über e-Commerce-Plattformen gekauft wird, wieso dann nicht über den Affiliate-Link? So ergeben sich für beide Parteien Vorteile und bei erfolgtem Kaufabschluss erhalten die Betreiber einen Prozentsatz des Erlöses. Hier gibt es verschiedene Abrechnungsmodelle, die abhängig vom jeweiligen Partner-Programm sind. Doch für wen ist Affiliate Marketing wirklich sinnvoll und welche gängigen Anwendungsmöglichkeiten gibt es?

Eine Community trägt Affiliate Marketing

Grundsätzlich klingt es nach einem einfachen Prinzip. Zuerst hole ich Nutzer auf meine Website, auf der sie Inhalte zu externen Produkten finden. Das kann ein Test, ein ausführlicher Blogbeitrag rund um ein bestimmtes Thema oder der Vergleich mit Konkurrenzprodukten sein. Inmitten der Seite finden Nutzer dann einen sogenannten „Call-to-Action“.

Affiliate-Marketing-Call-to-Action

Als Seitenbetreiber verweise ich Nutzer so auf (externe) Seiten, bei denen sie das Produkt kaufen, sich für Newsletter anmelden, oder schlichtweg das beworbene Unternehmen samt Produkt finden können. Dabei eröffnen sich aber zwei Punkte, auf die Seitenbetreiber vor der Einbettung eines externen Links achten müssen.

1. Nur Besucher generieren Einnahmen

Es gilt das Gebot der authentischen Botschaft. Paid Content muss mittlerweile als solcher gekennzeichnet werden, eine zusätzliche Zeile innerhalb des Textes oder des Videos über die Beziehung zwischen Produkt und Autor schadet dabei nie. Den meisten Nutzern wird ohnehin klar sein, dass Betreiber über Affiliate-Links Geld verdienen. Ein ehrlicher Austausch über Kooperationen und die Nutzung von Affiliate Marketing ist ein guter Schritt, um die eigene Community miteinzubinden. Schließlich liegt es Nutzern auch am Herzen, häufig besuchte Websites zu unterstützen – mit Affiliate-Links dazu ohne zusätzliche Kosten. Wer es mit Werbung nicht übertreibt und zwischen eigenem Content einbaut, büßt auch keine Glaubwürdigkeit ein. Ein hohes Gut, gerade während des Unternehmensaufbaus.

Affiliate Marketing Rocket Beans TV
Bild1: Beispiel über die Verlinkung von Affiliate-Links auf der Website -Rocket Beans Entertainment GmbH
Quelle: https://rocketbeans.tv/supporte-uns – Snippet

2. Vorsicht vor unseriösen externen Link

Im Digital Marketing ist die Qualität der eigenen Seite ein hohes Gut. Viel Zeit geht in die optimale Gestaltung der Texte und Inhalte. Was bei der SEO-Optimierung eigener Inhalte aber auch zu beachten ist und viele vergessen: Die Einbettung externer Links und die Qualität der verlinkten Website wird von Googles Crawlern ebenso gewertet! Es gilt auch hier das gleiche Gebot wie bei Punkt 1. Seriöse Quellen und eine korrekte Einbettung des Links zahlen sich aus. Auf eingebettete Werbebanner auf der Website hat man als Seitenbetreiber oft geringen Einfluss. Aber die Implementierung von unseriösen Werbebotschaften hat wiederum Einfluss auf die Besucher. Über den Kontakt mit Webmastern und den zuständigen Werbetreibenden lässt sich bei negativem Feedback oft einiges bewirken.

Zielsetzung & Anwendungsmöglichkeiten von Affiliate Marketing

Wie bei jeder Marketingstrategie muss man sich mit der eigenen Zielsetzung auseinandersetzen. Wo steht das Unternehmen und wie setze ich meine Zeit optimal ein. Denn auch Affiliate Marketing muss betreut werden und die Werbebotschaft bedarf neben der Gestaltung von eigenen Inhalten eine passende Platzierung. Besonders bei Unternehmensneugründungen und Start-ups ist der Einsatz von Affiliate Marketing beliebt, da der eigene Content erst aufgebaut wird und die Implementierung von Links und Bannern schnell erfolgt. Daneben haben Nischenmärkte mit besonderen Keywords und Themen eine starke Zielgruppenfokussierung. So können Besucher durch Beiträge zu speziellen Themenschwerpunkten schnell zu Kunden gemacht werden. Die Nutzerzahlen sind zwar kleiner, dafür sind die Conversion Rates tendenziell höher. Kombiniert mit der Digital Marketing-Strategie des Unternehmens ist die Verbreitung der Inhalte ein Punkt in der Zielsetzung. Je mehr Nutzer über bespielte Kanäle, z. B. Blog oder Social Media von meinen Inhalten erfahren, desto eher steigt der Erfolg mit der Platzierung von Affiliate-Links.

Die Steigerung des Umsatzes ist der eigentliche Zweck von Affiliate Marketing. Um an interessante Angebote zu kommen, empfiehlt es sich Partnerprogramme nach Kriterien zu sondieren. Wie ist das Abrechnungsprogramm (und wieviel erhält man selbst), welche Tracking-Methoden werden angeboten und wie frei ist man selbst in der Gestaltung seiner Inhalte.

Click, Verkauf oder Kontaktgenerierung?

Die Abrechnungsmodelle im Affiliate Marketing unterscheiden sich darin, für welche Aktion letztendlich gezahlt wird. Es haben sich hier vier Modelle herausgebildet.

                Cost per Click (CPC)

  • Ein Klick auf das Werbemittel über den eingebetteten Link oder Werbebanner. Das ist die gebräuchlichste Methode und ist über Tracking-Software gut messbar. Schafft Aufmerksamkeit, auch wenn letztlich kein Kaufabschluss zustande kommt. Der Affiliate-Partner ist hier unabhängig in der Verwendung und generiert bei konstantem Website-Traffic ein gesichertes Grundeinkommen.

Cost per Lead (CPL)

  • Kommt durch den Affiliate-Partner eine Kontaktaufnahme mit Kunden zustande, wird eine Provision ausbezahlt. Die Hinführung ist meist aber zeitintensiv und es besteht die Abhängigkeit vom Geschäftsmodell des Partners. Lukrativ bei beratungsintensiven Produkten, da dort meist mehr bezahlt wird.

Cost per Sale (CPS)

  • Findet ein Kaufabschluss statt, wird eine Provision ausbezahlt. Das kann für hohe Einnahmen sorgen, ist aber auch mit starken Schwankungen bei unterschiedlichen Produkten verbunden.

Cost per Mille (CPM)

  • Auszahlung von Provision pro 1.000 Werbekontakte mit Nutzern. Stark abhängig von den Produkten des Partners und davon, wie viele Einnahmen letztlich durch die Kooperation zustande kommen. Bei hohem Traffic und einer passenden Themenauswahl sind hohe Einnahmen aber durchaus möglich.

Affiliate Marketing messbar machen – Tracking

Verschiedene Trackingmethoden machen diese Abrechnungsmodelle erst messbar und sorgen für eine erfolgsabhängige Auszahlung. Durch die Nutzung des Internets hinterlässt jede Person Spuren. Cookies sind Daten, die beim Besuch von Internestseiten gespeichert werden und eine klare Identifikation des Benutzers ermöglichen. So wird der Pfad zwischen den Websites ausgelesen und wiederkehrende Nutzer werden erkannt. Bei einem Kaufabschluss nach dem Klick auf einen Affiliate-Link ist die Beziehung zwischen Affiliate-Partner und Nutzer ersichtlich. Durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) muss der Speicherung von Cookies zugestimmt werden, danach steht der gängigsten Tracking-Methode im Affiliate Marketing nichts mehr im Wege.

Eine andere Möglichkeit ist die Vergabe von persönlichen IDs, entweder über eine spezielle URL, die der Nutzer erhält und der Ausbezahlung der Provision an den Affiliate Partner nach dem getätigten Kaufabschluss. Oder über Session Tracking, die dem Kunden nach dem klick zugewiesen wird – bei beiden Modellen darf zwischen dem Klick und der gewünschten Aktion (Kaufabschluss, Newsletter, Download) kein Abbruch erfolgen.

Langfristige Konzepte entwickeln

Affiliate Marketing unterliegt Schwankungen durch die Verschiebung von Trends und die daraus resultierenden Klick-Zahlen. Langfristige finanzielle Stabilität alleine durch Affiliate Marketing ist deswegen eine schwierige Angelegenheit. Für den Start eines Unternehmens und den Aufbau einer Community ist Affiliate Marketing, gekoppelt an eigene Inhalte, eine clevere Möglichkeit. Denn bei den oben beschriebenen Modellen ist ein gesunder Website-Traffic essentiell. Daneben darf unter dem Test bzw. der Werbung von fremden Produkten nicht die Authentizität des eigenen Unternehmens leiden. Für den Start der eigenen Website und die SEO-Optimierung von Inhalten lohnt es sich, sich direkt mit gängigen Partnerprogrammen auseinanderzusetzen: Themenschwerpunkte wählen, bei der Abrechnung von Klicks genau hinsehen und sich bei der Kreativität eigener Inhalte nicht zu sehr von Externen einschränken lassen.

Für weitere Fragen zum Thema Affiliate Marketing stehen wir von HBI gerne zur Verfügung!

Über den Autor

Alexander Hencel
Marketing Assistant bei HBI Helga Bailey GmbH – International PR & MarCom

Alexander Hencel ist seit 2018 Teil des Marketing-Teams der HBI. Zuständig für Content Management erstellt er beispielsweise fachbezogene Beiträge, betreut Social-Media-Kanäle und unterstützt Online-Marketing-Kampagnen für Kunden und die HBI.

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