Wenn sich künftige Generationen mit der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts beschäftigen, wird wohl von einer Zeit des massiven Umbruchs die Rede sein. Zweifelsohne ist unsere Gegenwart bereits aus heutigem Blickwinkel aus verschiedensten Gründen spannend und legt den Grundstein für die Welt von morgen und die Art und Weise, wie wir in Zukunft leben werden. Ganz abgesehen von den großen Themen unserer Zeit, wie der Erderwärmung, unserer Art (soziale) Medien zu konsumieren oder politischen Richtungsentscheidungen für die nächsten Jahre, schwelt aber ein Thema unter der Oberfläche, dass künftig jeden betreffen wird: Die Zukunft der Arbeitswelt und der Einfluss maschineller Automation und künstlicher Intelligenz (KI).

Es ist nicht das erste Mal, dass technologischer Fortschritt einen immensen Einfluss auf Arbeitsplätze und die Lebensbedingungen von Menschen hat. Schriftsetzer, Stellmacher oder Bader trifft man in der heutigen Arbeitswelt nur noch selten, wenn überhaupt, an. Bei den meisten ausgestorbenen Berufen ist dieser Umstand ein echter Fortschritt, da die Arbeit meist kräftezehrend oder gesundheitsschädlich war. Natürlich hat sich unsere Arbeitswelt seit den Jägern und Sammlern beständig mit dem Aufkommen neuer Werkzeuge verändert – am einschneidendsten wohl mit der Einführung des Fließbands.

Chancen mit Künstlicher Intelligenz?

Verglichen mit der ersten industriellen Revolution, stehen wir momentan aber vor weitaus tiefgreifenderen Veränderungen. Die Chancen, die uns künstliche Intelligenz und unterstützende Roboter, sogenannte Cobots, bereits jetzt bieten, lassen das Potential der neuen Technologien nur erahnen. Selbstverständlich gibt es diverse Stimmen, die den notwendigen Neuerungen durch künstliche Intelligenz kritisch bis ablehnend gegenüberstehen. Diese Kritiker vergessen dabei allerdings oft, in welchem Maß sie selbst bereits mit künstlicher Intelligenz zusammenarbeiten und welchen immensen Einfluss diese bereits auf ihr Leben hat.

Virtuelle Assistenten, Textanalysetools, die ersten teilweise autonom fahrenden Autos oder Chatbots bilden allerdings erst die Speerspitze dessen, was wir in Zukunft noch erleben werden. Es ist verständlich, dass viele Menschen dadurch ein mulmiges Gefühl bekommen und befürchten, dass die eigene Leistung in Zukunft nicht mehr benötigt werden wird, weil eine Maschine potentiell besser arbeitet. Natürlich werden auch in Zukunft einzelne Branchen auf Menschen verzichten, vor allem dort, wo die Arbeit für Menschen gefährlich oder unangenehm ist.

Ist Künstliche Intelligenz gefährlich?

Für uns Menschen bedeutet das aber keinesfalls, dass künstliche Intelligenz unsere Arbeitskraft ersetzen wird. Wir müssen allerdings unser Bild von einem durchschnittlichen Arbeitsleben verändern. Die traditionelle Lebensplanung, der zufolge man von der Ausbildung bis zum Renteneintritt nur einen Beruf ausübt und diesen im Optimalfall auch ohne Firmenwechsel bei einem Unternehmen verfolgt, gehört schon heute teilweise der Vergangenheit an. Diese Entwicklung wird sich weiter fortsetzen und für jemanden, der im Jahr 2040 geboren wird, wird es ganz normal sein, im Laufe eines Arbeitslebens verschiedene Berufe zu auszuüben. Darin liegt auch die große Chance für die Entwicklung der Arbeitswelt.

Diese Änderungen fangen bereits bei der erhöhten Lebenserwartung und anderen Ansprüchen an unsere Arbeitswelt an. Mit dem Blick auf die Entwicklung der letzten Jahrzehnte stiegen die Gehälter und die durchschnittliche Kaufkraft in Industrieländern beständig an, die durchschnittliche Wochenarbeitszeit sank und der Lebensstandard erhöhte sich. Eine Umkehr dieser Entwicklung scheint ausgeschlossen.

Bier-Sommelière als Arbeitsplatz der Zukunft – riechen, schmecken, fühlen

Für Arbeitnehmer bedeutet dies in Zukunft, dass sie sich auf drei Veränderungen einstellen müssen. Zum einen wird sich die normale Lebensplanung immens von der heutigen unterschieden. Nach dem Studium für einige Jahre als Data Scientist arbeiten, dann mit 33 Jahren zum Biersommelier umschulen und nach einigen Jahren eine dritte Karriere als Biotechnologe anstreben. Was sich heute noch eher ungewöhnlich anhört, wird in Zukunft gelebte Realität und gesellschaftlicher Alltag sein. Vor allem wird sich hier der Aspekt des lebenslangen Lernens und häufige zusätzliche Bildungsabschnitte in den Lebensläufen der Beschäftigten niederschlagen.

Die Auswahl an Arbeitsstellen im vorigen Punkt ist dabei nicht unbedingt willkürlich gewählt. Menschliche Arbeit wird in Zukunft vor allem darin bestehen, Dinge zu tun, bei denen Maschinen Menschen nicht das Wasser reichen können. Eine KI kann sich innerhalb von wenigen Sekunden durch einen digitalen Aktenberg der Höhe des Eiffelturms arbeiten – eine qualifizierte Aussage über den Geschmack eines Bieres, die noch dazu die Zuhörer mitreißt, ist aber eher Aufgabe eines menschlichen Biersommeliers. Die Arbeiten, denen Menschen in Zukunft nachgehen werden, sind solche, die auch in Zukunft nur schwierig von einer KI erfüllt werden können.

Zudem wird sich auch die Art und Weise, wie wir miteinander arbeiten, in Zukunft verändern müssen. KI und Cobots, die uns von automatisierbarer Arbeit entlasten, ermöglichen es Menschen dort zusammenzuarbeiten, wo wir miteinander Mehrwert schaffen können – kreatives Teamwork wird an Bedeutung gewinnen und die emotionale Bandbreit von Menschen relevanter werden. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, dass wir die maschinelle Unterstützung nicht als Bedrohung oder Konkurrenz wahrnehmen dürfen, sondern als nützliches Werkzeug, das gefährliche oder unangenehme Arbeiten erleichtert oder ganz obsolet machen kann. KI oder Cobots werden wohl einen ähnlich starken Effekt auf Arbeitnehmer haben wie die vergangene industrielle Revolution.

Digitale Revolution – der Arbeitsmarkt der Zukunft

Dystopische Zukunftsaussichten sind also alles andere als realistisch und die Entwicklung des Arbeitsmarktes der Zukunft (nach der Digitalen Revolution) ist bereits in vollem Gange. Bis die Vorteile bei dem Großteil der Bevölkerung ankommen, kann es zwar noch ein wenig dauern, aber mit der richtigen Einstellung und einem positiven Mindset werden wohl zukünftig alle selbst erleben, dass uns Machine Learning, Cobots und künstliche Intelligenz das Leben erleichtern werden und uns ungeahnte Möglichkeiten und Flexibilität ermöglichen.

Sebastian Wuttke Account Executive HBI
Sebastian Wuttke
Account Executive bei HBI Helga Bailey GmbH – International PR & MarCom

Sebastian Wuttke betreut seit 2018 Kunden aus dem B2C- und B2B-Bereich und ist auf Texterstellung und die Betreuung von Social-Media-Kanälen spezialisiert. Außerdem ist er Teil des Marketing-Teams der HBI.

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