Welche Möglichkeiten eröffnet Augmented Reality dem Handel? In einem früheren Beitrag haben wir bereits vorgestellt, wie die neue Technologie multisensorisches Erleben im Online-Handel ermöglicht. Doch Techniken der Virtual bzw. Augmented Reality eröffnen auch dem stationären Handel zahlreiche Möglichkeiten, um das Einkaufserlebnis für die Kunden zu verbessern und zusätzlich mehr Umsatz zu generieren. Egal ob Lebensmitteleinzelhandel, Bekleidungs- sowie Schmuckgeschäfte oder Möbelhäuser – für jede Form des stationären Handels bieten sich Einsatzmöglichkeiten von Augmented Reality, die weit über das Anzeigen reiner Produktinformationen hinausgehen.

AR ermöglicht Kunden virtuelle Produkttests

So bietet der Möbelhändler IKEA in den USA bereits eine App an, mit der Kunden per Smartphone testen können, wie Produkte in der heimischen Wohnung wirken. Dazu lässt sich mit der App zunächst ein bestimmter Bereich der Wohnung aufnehmen, um anschließend ein beliebiges Produkt aus dem Sortiment des Händlers virtuell in den eigenen vier Wänden platzieren zu können. Dies erleichtert dem Kunden das Abschätzen, ob ein Möbelstück zu Hause nicht doch zu wuchtig wirkt oder ob die Farbe mit der restlichen Einrichtung harmoniert.

Eine ähnliche Möglichkeit, Produkte bereits vor dem Kauf virtuell auszuprobieren, bietet der Kosmetikhersteller L’Oréal seit einiger Zeit an. Dabei scannen Kunden in den Läden zunächst den QR-Code von Produkten ein. Anschließend kann das Smartphone per Frontkamera als Spiegel verwendet werden, der anzeigt, wie das Make-up-Produkt am eigenen Gesicht aussehen würde.

Einen Schritt weiter geht ein Kölner Küchenmarkt. Dieser bietet in seinem Einrichtungshaus die Möglichkeit an, Virtual-Reality-Brillen mit Gestenerkennung zu tragen, um so die eigene Küche zu planen. Die Kunden können sich dabei frei im Raum bewegen, wobei es die integrierte Gestensteuerung ermöglicht, intuitiv Türen von Schränken zu öffnen oder Gegenstände herumzutragen und somit die geplante Küche bereits virtuell auszuprobieren.

Der Spielzeughersteller LEGO schafft beispielsweise per Augmented Reality dem Problem Abhilfe, dass Kunden gerade bei größeren Boxen nicht abschätzen können, welche Einzelteile genau sich in der Verpackung verbergen. Hat man die App des Herstellers installiert, reicht es, ein Produkt vor die Kamera des eigenen Smartphones zu halten, um sich die teilweise Hunderten von Komponenten anzeigen zu lassen, die sich in der Packung befinden.

Umsatzpotenzial für stationären Handel

Welches Potenzial Augmented Reality für den stationären Handel bietet und wie gut die Angebote von den Kunden angenommen werden, zeigt eine von Splendid durchgeführte Studie. Demnach sind über 88 Prozent der 18- bis 69-Jährigen, die AR bereits einmal genutzt haben, bereit, dies wieder zu tun. Laut Splendid könnte beispielsweise allein der Lebensmitteleinzelhandel einen Mehrumsatz von 5,44 Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaften, wenn Augmented -Reality gewinnbringend für den Kunden eingesetzt wird.

In derselben Studie wird aber auch die Herausforderung deutlich, der der Handel gegenübersteht. Rund 77 Prozent der Befragten wünschen sich demnach eine einzige App, die für alle Geschäfte verwendet werden kann, anstatt für verschiedene Läden auch jeweils unterschiedliche Apps herunterladen zu müssen. Der weitere Erfolg der Technologie könnte also nicht zuletzt davon abhängen, inwieweit Händler eine entsprechende Kooperation auf den Weg bringen, um dem Kunden ein möglichst einfaches Erlebnis zu bieten.

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