Selten wird den Deutschen Selbstüberschätzung vorgeworfen. Man hat nicht das Gefühl, dass wir besonders viel prahlen und große Reden über unser Können schwingen. Könnte zu geringes Selbstvertrauen der Grund sein, warum deutsche Führungskräfte vergleichsweise wenig Vertrauen in die Zukunft der eigenen Unternehmen haben? Im Rahmen des Worldcom Confidence Index 2018 hat die Worldcom Group* 585 CEOs und CMOs anhand eines umfangreichen Kriterienkatalogs nach ihren Einschätzungen für den künftigen Geschäftserfolg gefragt. Die Studie hat ergeben, dass deutsche Führungskräfte in 16 von 18 Bereichen weniger Zuversicht haben als der globale Durchschnitt. Blicken deutsche Unternehmen zu pessimistisch die Zukunft? Wir haben uns die Studie etwas genauer angesehen und wollten wissen, in welchen Bereichen deutsche Führungskräfte mehr Optimismus verspüren und in welchen weniger.

Niedriger Confidence Index – Konkurrenz, Talente, Infrastruktur
Die Konkurrenz schläft nicht – das spüren anscheinend auch die deutschen CEOs. Nur 16 Prozent sehen sich in der Lage, besser als die Konkurrenz zu performen. Deutschland bildet hier mit Frankreich und Japan das Schlusslicht. Nur zum Vergleich: Die USA haben einen Score von 35 Prozent; der globale Durchschnitt liegt bei 26 Prozent. Aber warum sehen sich gerade deutsche Unternehmen nicht in der Lage, dem Konkurrenzdruck Stand zu halten? Deutschland liegt bei der Insolvenzquote im oberen Mittelfeld, was bedeutet, dass hierzulande keineswegs mehr Unternehmen dem Konkurrenzdruck unterliegen als in anderen Ländern. Die Studienauftraggeber verweisen unter anderem auf die niedrigen Scores in den Bereichen technologische Infrastruktur und die Fähigkeit, die größten Talente für sich zu gewinnen. Dass die bestehende Infrastruktur vielen große Sorgen bereitet, überrascht kaum. Unter anderem dürfte das viel diskutierte Glasfasernetz daran schuld sein: Im Juni letzten Jahres waren lediglich 2,1 Prozent aller Breitbandanschlüsse Glasfaseranschlüsse. Deutschland bildet hier mit nur wenig anderen Ländern das Schlusslicht. Auch sonst glänzt Deutschland nicht mit einer hervorragenden technischen Infrastruktur. Die mangelnde Zuversicht dürfte hier also nicht überraschen.

Hoher Confidence Index – Innovation, Abwehr von Cyberangriffen
Nach einer tiefergehenden Analyse des Reports findet man doch Bereiche, in denen deutsche Führungskräfte Optimismus verspüren. In zwei Bereichen ist Deutschland positiver gestimmt als der Durchschnitt. Bei der Innovationsfähigkeit durch den Einsatz neuester Technologien sehen die deutschen Befragten Chancen. Und auch den Schutz von Unternehmen gegen Cyberkriminalität sehen die befragten CEOs als durchaus machbar. Allerdings gilt es hier noch große Herausforderungen zu bewältigen, wenn man bedenkt, dass in den vergangenen zwei Jahren mehr als jedes zweite Unternehmen Opfer eines Cyberangriffes wurde.

Junge Männer in großen Unternehmen sind am zuversichtlichsten
Es ist jedoch erwähnenswert, dass es demographische Unterschiede gibt. Diese betreffen nicht nur Deutschland, sondern alle befragten Länder. Männliche Führungskräfte sind zuversichtlicher als weibliche. Das könnte daran liegen, dass Frauen eher zu Pessimismus neigen und viele Dinge kritischer betrachten als Männer. Zudem scheint die Größe des Unternehmens Einfluss auf die Zuversicht seiner Führungskräfte zu haben. In Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitern ist die Zuversicht größer, tägliche Herausforderungen, wie die besten Talente anzuwerben und die Kunden zufriedenzustellen, zu meistern. Vielleicht liegt das daran, dass in größeren Unternehmen kleine Fehlschläge leichter bewältigt werden können, da dort mehr Ressourcen zur Verfügung stehen. Alter ist der nächste interessante Faktor. Die Studie zeigt, dass die Zuversicht mit dem Alter abnimmt. Je jünger, desto zuversichtlicher sind die Führungskräfte.

Bevor Sie nun aber nach all diesen negativen Ausblicken selbst in eine pessimistische Haltung verfallen, sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Deutschland nur knapp hinter dem Durchschnittsscore des Worldcom Confidence Index liegt. Der durchschnittliche Score liegt bei 25,3 und Deutschland erreicht immerhin 22,4. An die Euphorie der US-Amerikaner kommen wir zwar nicht heran, aber deutsche Führungskräfte dürften wohl trotzdem nicht in Hoffnungslosigkeit verfallen. In vielen Bereichen liegt der deutsche Score nur knapp unter dem Durschnitt. Mehr dazu bald auf unserem Blog.

Hier gelangen Sie zum vollständigen Report für Deutschland.

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*Die Worldcom Public Relations Group ist das weltweit größte Netzwerk von inhabergeführten PR-Agenturen. Dem Netzwerk gehören mehr als 110 Kommunikationsagenturen in 95 Städten auf sechs Kontinenten an. In Deutschland sind die Partner HBI Helga Bailey – International PR & MarCom, Kirchhoff Consult und komm.passion.

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