Wer glaubt, Videospiele werden nur von Nerds oder Menschen gespielt, die ungern ihr Haus verlassen, der irrt sich gewaltig. Laut dem Bundesverband für Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) spielen in Deutschland aktuell 34,1 Millionen Menschen Computer- und Videospiele, also fast die Hälfte der Bevölkerung. Dieser Trend macht dabei auch nicht vor der älteren Generation halt, denn mit 8,7 Millionen Menschen in der Altersgruppe 50 plus entspricht dieser Anteil einem Viertel aller Spielebegeisterten. Aus diesem Grund ist auch das Durchschnittsalter der Spieler von 31 Jahren im Jahr 2011 auf derzeit 35,5 Jahre gestiegen. Dieser Art der Freizeitbeschäftigung gehen also nicht nur Teenager und junge Erwachsene nach, wie man vermuten könnte.

Aufgrund der riesigen Zielgruppe bietet der Videospielmarkt also ein großes Potenzial und ist daher als eigener Wirtschaftssektor nicht zu unterschätzen. Der Discounter Aldi hat dies erkannt und pünktlich zu Beginn der Spielemesse Gamescom in Köln am 22.08.2017 seinen bereits vorhandenen Streaming-Dienst für Musik und Bücher „ALDI Life“ um Videospiele erweitert. Nutzer können dort nun ihre Spiele aussuchen und direkt online herunterladen.

Deutlich wird die immer größere Beliebtheit von Computer- und Videospielen auch an dem Besucherrekord, den die Gamescom mit rund 350.000 in diesem Jahr verzeichnen konnte. Eröffnet wurde die Messe, die weltweit als größtes Event für Computer- und Videospiele gilt, dieses Jahr zum ersten Mal von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die ebenfalls die Bedeutung dieser Branche betonte.

Fans durften vor Ort viele Spiele selbst ausprobieren, so zum Beispiel „Assassin’s Creed Origins“, „Super Mario Odyssey“ oder „FIFA 18“. Neben diesen neuen Versionen von altbekannten Spielen gab es auch einige Neuheiten. Am Samstag, dem letzten Tag der Messe, veranstaltete der Hersteller Ubisoft ein E-Sports Turnier in dem Agentenspiel „Rainbow Six“, bei dem die besten Spieler im Finale gegeneinander antraten. Das Rainbow Six ist hierbei ein Eliteteam, das sich aus Spezialeinheiten der ganzen Welt, zum Beispiel dem amerikanischen SWAT-Team oder der deutschen GSG 9 zusammensetzt. Gemeinsam wird so versucht, im Nahkampf den Terror zu bekämpfen. Teamgeist und Koordination ist hierbei besonders wichtig, gerade deshalb ist es für den E-Sport gut geeignet. Diese Art von Wettkampf wird meist im Mehrspielermodus ausgetragen und versteht sich als eigene Sportart, welche auf der diesjährigen Messe eines der zentralen Themen war. In Deutschland ist sie zwar nicht offiziell anerkannt, aber es gibt sogar einige Bundesliga-Clubs, die eigene professionelle Teams haben. Mit der Gründung im Mai 2016 war der FC Schalke 04 einer der Vorreiter. Die Spiele beschränken sich hierbei aber nicht nur auf Fußball, sondern es werden auch Turniere in „Counter Strike“ oder „League of Legends“ ausgetragen. Diese etwas anderen Sportwettbewerbe haben auch viele Fans und werden inzwischen teilweise sogar im Fernsehen und nicht nur online übertragen.

Daneben war auch Virtual Reality (VR) wieder ein Thema. Auf der letzten Gamescom wurde diese noch als die ausschlaggebende zukünftige Entwicklung des Gamings angekündigt, doch es zeigt sich, dass sich die Technik immer noch nicht ganz durchgesetzt hat. Probleme sind zu hohe Preise für die VR-Brillen und ein zu geringes Angebot an guten Spielen. Darüber hinaus sind die Spiele anstrengend, da man durch die Brille komplett in eine neue Welt abtaucht und so eine Menge Aufregung geboten wird. Deshalb wird das Spielen via Virtual Reality die herkömmlichen Computer- und Videospiele vorerst nicht ersetzen. Bessere Chancen hat hier die Augmented Reality. Dies bedeutet erweiterte Realität und fügt im Gegensatz zur VR weitere Elemente in die bestehende Umwelt ein. Spätestens seit Pokémon Go dürfte diese Spielart viele Fans gefunden haben.

Die Videospielbranche bietet also eine Menge Entwicklungspotenzial. Man darf gespannt sein auf die Gamescom im nächsten Jahr.

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