Die dunkle Seite des Internet – was ist damit gemeint? Jeder nutzt fast täglich Internetseiten wie Amazon, Ebay und andere Online-Shops. Diese Websites sind im sogenannten „Clearweb“ für jeden öffentlich zugänglich. Das ist das Internet, das durch die allgemein gängigen Browser, wie Internet Explorer, Mozilla Firefox oder Google Chrome, zu erreichen ist. Alle Websites in diesem Teil des Web sind für jeden frei zugänglich und werden von den verschiedenen Suchmaschinen gefunden.

Doch das Internet, so wie wir es kennen und wie es auch viele von uns täglich bei der Arbeit oder in der Freizeit nutzen, beinhaltet noch sehr viel tieferliegende Bereiche. Recherchiert man ein wenig, stößt man auf Begriffe wie „Deepweb“ und „Darknet“. Für gewöhnlich kann man sich darunter nur schwer etwas vorstellen. Deshalb versuchen wir euch den Unterschied zwischen Deep-, Dark- und Clearweb zu erläutern. Aber noch etwas vorab: das Surfen im Deep- und Darknet ist vollkommen legal, sofern man sich nicht auf die angebotenen illegalen Dienstleistungen einlässt.

Das Deepweb – Firmennetzwerke und Datenbanken

Die nächst tiefere Stufe nach dem Clearweb ist das Deepweb – ein Teil des Internets, den man über Suchmaschinen wie Google nicht erreicht. Allerdings basieren diese Seiten wie auch das Clearnet auf http/https-Webprotokollen, die durch gewöhnliche Browser wie Chrome oder Firefox gefunden werden. Schätzungen gehen davon aus, dass dieses „tiefe Netz“ 400 bis 500 Mal größer ist als das Clearweb. Der Großteil des Deepweb besteht aus privaten Firmennetzwerken, auf die nur Mitarbeiter zugreifen können. Auch Datenbanken von Bibliotheken, Universitäten oder Forschungseinrichtungen machen einen Großteil des Deepweb aus. Viele dieser Seiten, Datenbanken und Firmennetzwerke sind zwar nicht öffentlich zugänglich, aber zumindest für Personen mit entsprechender Zugangsberechtigung erreichbar. Allerdings sind diese Seiten schlichtweg uninteressant für die meisten Internet-User.

Das Darknet – eine zwielichtige Gegend

Nun dringen wir noch weiter in die Tiefen des Internet ein und entfernen uns immer weiter vom Clearweb. Die „tiefste“ Stufe des Internet nennt sich Darknet, das dunkle Internet. Im Gegensatz zum Deepweb hat das Darknet nicht mehr viel mit dem Internet, wie wir es kennen und nutzen, zu tun. Um überhaupt ins Darknet zu gelangen, muss man eine spezielle Software auf dem Computer installieren, welche im Clearweb zum Download bereitsteht. Anschließend kann man sich über Proxyserver unter einem Nicknamen im Darknet weitgehend frei bewegen. Die Links dafür findet man entweder im Clearweb, über Darknet-Suchmaschinen oder man muss vom Betreiber der jeweiligen Seite eingeladen werden.

Die ursprüngliche Idee hinter dem Darknet war es, Zugang zu Informationen zu schaffen und gleichzeitig Privatsphäre zu gewährleisten und Zensur zu umgehen. So sind z. B. Informationen zu Kunst, Büchern, Fotos und Videos, die in einigen Ländern zensiert sind, über das Darkweb zugänglich. Das Darknet wird nach aktuellen Schätzungen zu 50 bis 60 Prozent für legale Zwecke verwendet.

Das Darknet wird allerdings oft für illegale Zwecke missbraucht. Kriminelle nutzen dort die Möglichkeit, unter einem anonymen Deckmantel illegale Käufe zu tätigen, zweifelhafte Geschäfte abzuwickeln und illegale Inhalte abzurufen. Die URLs der Seiten werden oft geändert und Zahlungen mit der digitalen Währung Bitcoin lassen sich kaum zurückverfolgen. Außerdem werden die gekauften Waren oft nicht verschickt, sondern versteckt – der Käufer erhält lediglich die Geodaten des Verstecks.

Das Darknet hat allerdings auch viele Vorteile, denn zum Beispiel können Personen, die politisch verfolgt werden, durch die Anonymität im Darknet ihre Identität schützen. Sogar die New York Times hat eine Darknet-Seite erstellt, welche Whistleblower eine Anleitung gibt, wie sie sich vor ihren Verfolgern verstecken können. Es existieren auch viele Diskussionsforen, in denen u. a. Protestmärsche und Hackathons organisiert werden.

Wie man sieht, hat die dunkelste Seite des Internet durchaus seine hellen Ecken, in denen sich Frei- und Andersdenkende austauschen und anonym bewegen können. Am besten beschreibt man das Darkweb vielleicht so: Es ist eine zwielichtige Gegend, in der sich zwar viele gute Menschen aufhalten, in der aber auch Kriminelle ihr Unwesen treiben. Deswegen sollte man besonders in den dunklen Ecken auf der Hut sein.

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