Die Digitalisierung hat längst auch den Bankensektor erreicht. Immer mehr Finanz-Start-ups (Fintechs) mischen die Branche auf und setzen die alteingesessenen Banken zunehmend mit ihren neuen und einfachen Konzepten unter Druck.

Laut dem Gabler Wirtschaftslexikon setzt sich der Ausdruck FinTech aus Financial Services und Technology zusammen und bezieht sich auf Technologien, die Finanzdienstleistungen oder deren Bereitstellung. Inzwischen gibt es bereits 140 Fintechs mit Hauptsitz in Deutschland, wobei nicht etwa die Bankenmetropole Frankfurt im Zentrum steht, sondern Berlin, wo das Herz der deutschen Start-up-Szene liegt und auch die meisten Investoren und Business Angels ansässig sind. Damit ist die deutsche Fintech-Szene im weltweiten Vergleich noch sehr klein, aber die Wachstumsprognosen sind auch hierzulande riesig. Aber warum eigentlich? Was bieten Start-ups, das die zahlreichen etablierten Banken nicht können?

Vieles was Fintechs anbieten ist eigentlich nicht neu. Im Gegenteil. Sie bieten alle klassischen Dienstleistungen, die Banken auch anbieten: Von der Kontoverwaltung über Überweisungen, Aktiengeschäfte und Kreditvermittlung. Dennoch sind sie eine ernstzunehmende Konkurrenz für die Banken. Sie betrachten die Bankenwelt nämlich aus der Kundenperspektive und reagieren auf Trends, die die traditionellen Banken etwas verschlafen haben. Vor allem im Mobile-Bereich verläuft die Entwicklung eher schleppend. Die Jungunternehmer optimieren also häufig die bestehenden Prozesse und entwickeln daraus neue Geschäftsmodelle. Dabei kommt ihnen natürlich auch das erhöhte Verständnis für die neusten technologischen Möglichkeiten zu Gute. Immer mehr Kunden wollen heute ihre Geldgeschäfte online erledigen können. Wenn ihnen die traditionellen Banken das nicht bieten können, sehen sie sich nach Alternativen um.

Das Berliner Fintech Number26 wirbt damit das erste Konto zu sein, das Zeit spart. In nur acht Minuten können User das Konto online eröffnen. Die Identität wird dabei per Videochat geprüft. Bei herkömmlichen Banken ist hier meist ein Gang zur Filiale oder die Erledigung von mehrseitigen Schriftverkehr auf dem Postweg nötig. Einen anderen interessanten Ansatz verfolgt das Münchner Start-up Gini. Hier wird dem Papierkram der Kampf angesagt. Mit der App können IBAN-Nummern einfach abfotografiert und automatisch in einen Überweisungsträger eingefügt werden. Für diese Idee wurde das Start-up jüngst zum besten Fintech 2015 gewählt.

Dennoch müssen die Banken in Deutschland noch nicht um ihre Existenz bangen. Damit Fintechs die gleichen Dienstleistungen anbieten können, benötigen diese eine Bankenlizenz. Und diese ist gar nicht so einfach zu bekommen. Auch haben viele Verbraucher noch kein Vertrauen in die neuen unbekannten Anbieter und die traditionellen Banken vermitteln nach wie vor ein Gefühl der Sicherheit. So liegt es nahe, dass sich immer mehr Kooperationen zwischen Fintechs und den eingesessenen Banken etablieren. Eine Win-win-Situation für beide Seiten. Die Fintechs können von den finanziellen Ressourcen und der Kundentreue profitieren, wohingegen die Banken das Know-How und die Innovationskraft nutzen können.

Der digitale Wandel in der Bankenwelt ist nicht mehr aufzuhalten. Umso besser ist es für uns Verbraucher, wenn die Banken und die Fintechs gemeinsam neue Finanzprodukte entwickeln, die den Zahlungsverkehr durch den Einsatz neuer Technologie vereinfachen, aber uns dennoch weiterhin Sicherheit bieten.

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