Industrie 4.0 spielt im Geschäftsleben unserer Kunden und den Medien derzeit eine große Rolle, doch nicht nur die digitale Revolution im industriellen Bereich schreitet immer weiter voran, auch der Bankensektor und der Gesundheitsbereich entwickeln sich drastisch weiter. Mit dem Begriff „Healthcare 4.0“ spielen dementsprechend derzeit viele. Auch in unserer täglichen Arbeit mit Kunden aus der Healthcare-IT sehen wir das Aufkommen einiger Trends, die dem Gesundheitswesen und der Arbeit vor allem von Ärzten und dem Pflegepersonal zugutekommen. Bereits mit unserem Beitrag „Praxis Dr. Google“ konnten wir zeigen, dass bestimmte Trends entstehen und digitale Lösungen im Gesundheitsbereich beim Arztpersonal und auch beim Patienten bereits angekommen sind.

Jetzt möchten wir einen Schritt weitergehen und uns aktuelle Forschungen ansehen, deren Entwicklungen bereits weit über die Dokumentenbearbeitung oder Vernetzung von Krankenhäusern und Drittdienstleistern wie Versicherungen hinausgehen.

Stellen wir uns vor…

Eines Tages sitzt man wegen andauernder starker Kopfschmerzen beim Arzt und dieser diktiert seinen ersten Befund an einen virtuellen Assistenten. Alles ganz normal, da er so direkt die Patientenakte bearbeitet und nicht nur den Befund aufnimmt, sondern auch gleichzeitig das weitere Vorgehen in der Behandlung bestimmt. Das System stellt sogar Rückfragen, um einen noch detaillierten Bericht zu erhalten. Es möchte wissen, wo genau die Kopfschmerzen ausstrahlen, wie lange schon und in welcher Intensität. Es fragt nach einer bereits erfolgten „Eigenbehandlung“ und bereits genutzter Medikamente. Klar, das hatte der Arzt im Vorfeld auch gefragt, aber nicht detailliert im Bericht notiert. Sind alle Daten eingetragen, schlägt das System geeignete Behandlungsformen vor – und greift hierzu auf die aktuellsten Ergebnisse und Erkenntnisse einer großen Datenbank zurück. So kommt dem Patienten zusätzlich zu den Kenntnissen des Arztes eine umfassende Behandlung zugute, in der alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden.

Die selbe Technologie kann man auch als „medizinische Assistenten“ im Krankenhaus betrachten. Stellen wir uns vor, es ist eine direkte Interaktion mit dem System möglich. Beispielsweise könnten Aussagen wie: „Ich brauche eine Röntgenaufnahme von diesem Patienten“ dazu führen, dass der Assistent direkt mehrere Informationen verknüpft. Auf der einen Seite stellt er beispielsweise eine Rückfrage wie: „Wo soll der Fokus der Aufnahme liegen?“ und gleichzeitig reserviert er den Raum zum Röntgen. Der Arzt muss also keine weiteren manuellen Schritte unternehmen. Der intelligente Assistent übernimmt die Koordination der Raumbuchungen und hält die Befunde, samt Unterlagen, direkt in der Patientenakte fest.

Der medizinische Assistent im Praxen- und Krankenhausalltag kann künftig vielleicht auch noch ganz andere Aufgaben übernehmen. So ist es vorstellbar, dass der intelligente Assistent dem Arzt im OP auf Zuruf dabei hilft, die Operation auszuführen oder medizinische Geräte zu bedienen. Um diese Grenze zu überschreiten, muss aber zunächst geklärt werden, welche Aufgaben eine Maschine wirklich übernehmen kann und wo die Grenze zwischen selbstständigem Handeln und reiner Unterstützung liegt. Medizinische Expertensysteme dürfen dem Arzt Vorschläge anzeigen, aber nicht bevormundend sein, denn der Arzt muss die Hoheit über die Behandlung behalten. Ein System kann jedoch unterstützend wirken und alternative Lösungen anbieten.

Medizinische Assistenten in diesem weiten Umfang sind noch Fiktion, aber, wenn wir an die sprechenden Kühlschränke und die selbstfahrenden Autos denken, wird es sicher nicht bei reiner Zukunftsmusik bleiben.

Auf der diesjährigen ConhIT 2016 werden wir sicherlich noch eine ganze Reihe neuer Entwicklungen und Fortschritte sehen können. Auch in anderen Bereichen, wie der Medizintechnik, gibt es immer Lösungen, die die Zukunft des medizinischen Bereichs gestalten.

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