Snapchat ist ein Instant-Messaging-Dienst mit dem kurze Tweets, Fotos und Videos verschickt werden können. Die Sichtbarkeit dieser ist dabei individuell einstellbar, sie können für maximal 10 Sekunden angezeigt werden – danach zerstören sie sich selbst. Öffentlich versendete Live Stories sind 24 Stunden abrufbar. Aufgrund dieser Kurzlebigkeit haben einzelne Snaps die maximale Aufmerksamkeit der Nutzer. Doch wie genau kann die App für Marketingzwecke genutzt werden?

Die Statistiken zu Snapchat lassen erahnen, welchen Stellenwert die App in der Zukunft einnehmen wird. Die App, die 2011 auf den Markt kam, hat 200 Mio. User weltweit vorzuweisen, 100 Mio. User sind täglich aktiv – demnach also die perfekte Plattform, um Aufmerksamkeit zu erregen. Der Wert von Snapchat lag im September 2015 bei 19 Milliarden US-Dollar.

Deutschland gehört zu den Top 10 der Länder mit den meisten Nutzern und dem schnellsten Wachstum auf Snapchat. In einer Analyse verglich SimiliarWeb mit dem IT-Magazin The Information 100 Mio. Android-Nutzer und deren aktive Nutzung von Snapchat und anderen Social-Media-Apps mit den jeweiligen Downloadzahlen in Deutschland: zumindest im Vergleich zu Twitter (2 %) hat Snapchat (6,1 %) mehr aktive Nutzer.

In den USA gehört Snapchat schon längst zum üblichen Werkzeug der PR-Berater und Strategen. Auch deutsche Unternehmen springen langsam auf den Zug auf und entdecken Snapchat für sich. Bekannte und bereits aktiv gewordene Unternehmen sind dabei beispielsweise Neckermann, Sixt und die Bild-Zeitung. In diesen profitablen Bereich vorzudringen, hat aktuell noch den Vorteil, dass kaum Konkurrenz vorhanden ist, dafür aber umso mehr Potential.

Die Besonderheit an Snapchat ist die junge Zielgruppe. Laut dem Global Web Index sind mehr als 50 % der Snapchat-User zwischen 16 und 24 Jahre alt, also ideal für die Unternehmen, die Marken in dieser Altersklasse bekannt machen und verkaufen wollen. Wann sonst hat man die Möglichkeit eine Zielgruppe so direkt anzusprechen? Ein weiterer wichtiger Faktor, der Snapchat von beispielsweise Facebook & Instagram unterscheidet, ist das Meer der Informationen. Anders als bei Facebook wird der User nicht überflutet, es gibt keinen News Feed. Wichtige Nachrichten und Hinweise können aufgrund der Masse nicht untergehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der User und potenzielle Kunde die Werbung bewusst wahrnimmt, ist sehr viel höher.

Doch wie kann Snapchat konkret für Marketingzwecke genutzt werden?

Hier gilt es, mithilfe von möglichst verrückten und außergewöhnlichen Fotos oder Videos von der hohen Aufmerksamkeit zu profitieren. Snapchat stellt wechselnde Filter und digitale Sticker zur Verfügung. Außerdem können die Fotos beliebig beschriftet werden.

Da Snapchat nicht nach dem gleichen Prinzip wie Instagram oder Facebook funktioniert, wo sich Content mithilfe von #Hashtags und der Share-Funktion binnen Minuten unter die Masse bringen lassen, müssen Views auf eine andere Art generiert werden. Dem Erfolg der App geht voraus, dass sich Unternehmen auf Facebook & Co. durch kontinuierliche Aktivität und Interaktion eine bereits große Fanbase geschaffen haben, um dort mittels eines Links auf ihr Snapchat-Konto aufmerksam zu machen. Snapchat ist deshalb nicht als eigentliche Marketingplattform, sondern eher als Ergänzung zu verstehen. Der erste Schritt ist somit getan. Seinem Ziel möglichst viele potentielle Kunden zu erreichen, kann man sich noch weiter annähern, indem beispielsweise ein Wettbewerb gestartet und dazu aufgerufen wird, sich mit Produkt X auf einem Foto abbilden zu lassen und dieses in Social-Media-Kanälen zu veröffentlichen. Das Produkt gewinnt somit Persönlichkeit, dem Kunden wird suggeriert, Teil von etwas Besonderem zu sein. Natürlich muss am Ende des Wettbewerbs ein Gewinner gekürt werden. Solche Selbstläufer haben Gewinner auf beiden Seiten: schneller kann man nicht mehr potenzielle Kunden erreichen. Außerdem wird der Nutzer aufgrund seines Gewinns sehr glücklich sein und höchstwahrscheinlich andere auf die Aktion bzw. gar das Unternehmen aufmerksam machen.

Eine andere Möglichkeit ist es, Kooperationen mit bekannten Influencern aus der Social-Media-Welt zu starten. Neckermann beispielsweise schickte zwei sehr bekannte Instagram-Stars in den Urlaub und ließ diese ihre Reise auf ihrem Kanal dokumentieren. Weniger aufwendig, aber mindestens genauso effektiv, ist beispielsweise die Produktplatzierung in Snaps bekannter oder prominenter Nutzer. Die Bandbreite der Strategien ist vielfältig. Nähe zum Kunden kann beispielsweise ebenfalls aufgebaut werden, indem man Tutorials zum vermarktenden Produkt veröffentlicht.

Auf Snapchat kann man der Kreativität freien Lauf lassen. Je schriller, desto besser. Junge Leute mögen es, wenn Unternehmen möglichst „hip“ auftreten.

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